auto-aggression

Aus der taz auf die Frage: „Also gibt es keine Revolte, und alles geht weiter wie bisher? Ist das Ihr Fazit?“

Nein. Protestbewegungen sind Teil einer demokratischen Kultur, durch die sich ausgegrenzte Interessen immer wieder Gehör verschaffen. Aktuell droht aber eher eine Erosionskrise. Dazu gehören vielfältige Ausgrenzungserfahrungen: auf dem Arbeitsmarkt, in abgehängten Regionen, in einer verfallenden öffentlichen Infrastruktur. Hierzulande wenden die Menschen solche Erfahrungen aber eher gegen sich selbst – etwa in Depressionen, Sucht oder Suizid. […]


3 Antworten auf „auto-aggression“


  1. 1 Wendy 30. April 2009 um 15:10 Uhr

    Der hervorgehobene Interviewteil mag ja ganz interessant sein, der erste Teil der Antwort ist aber mindestens unscharf, wahrscheinlich eher verkehrt. Da werden soziale Revolten mit „demokratischem Protest“ in eins gesetzt. Natürlich, es gibt, wie zum Beispiel Frankreich immer wieder beweist, demokratischen Protest, der lediglich Richtungsänderungen der staatlichen Politik erreichen und im Rahmen der bestehenden Verhältnisse seine Interessen formulieren und den Herrschenden anempfehlen will, – dies ist wahrscheinlich die Regel –, aber die soziale Revolte kann und sollte auch verschiedene Formen von Unruhen, revolutionären Verhältnissen etc. darstellen, die auf die Abschaffung der bestehenden Verhältnisse dringt, da die Interessen der Arbeiterklasse, des einzelnen Proleten und letztendlich der gesamten Menschheit in diesen Verhältnissen garnicht umgesetzt werden können.

    Mit „Interessen formulieren“ und ihnen „Gehör (bei den Mächtigen!) verschaffen“, wie es „Prekarisierte“, Studenten, „die Mittelschicht“ etc. tun, hat das nichts zu tun.

  2. 2 atze 02. Mai 2009 um 12:18 Uhr

    Ui!
    Wendy hat wieder ein Buch gelesen. Toll.

  3. 3 Wendy 02. Mai 2009 um 15:16 Uhr

    Und du, atze, magst keine Bücher? Warum?

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