Archiv für Juni 2008

mobilisierungsvideo zum bürgerentscheid gegen mediaspree


Mediaspree Versenken – Pappsatt from Pappsatt on Vimeo.

kein china ist mal erst recht keine lösung…

Ausgehend von der Lektüre des neuen Antiberliners, hier eine kurze Linkzusammenstellung von Artikeln aus der jungen welt von Colin Goldner zum Thema Tibet, China und Dalai Lama. Schade, dass einige sehr gute Artikel nur mit einem Online-Abo zu haben sind – einscannen wäre mir dann doch zu anstrengend gewesen.

Ahnungslose Schwärmerei
Mönchischer Terror auf dem Dach der Welt. Teil I: Die Begeisterung für den Dalai Lama und den tibetischen Buddhismus
Von Colin Goldner

Die Gunst der Stunde
Mönchischer Terror auf dem Dach der Welt. Teil 2 (und Schluß): Krawalle im Vorfeld der Olympischen Spiele
Von Colin Goldner

Der Rotkuttenmob
Terror im Namen des Dalai Lama

Naja und auch der Artikel „Romantische Verklärung“ in der Papier oder der pdf-Ausgabe des Antiberliners ist zu empfehlen.

wurde mal wieder zeit…

…ein video oder einen beitrag mit bezug zu björk zu posten :D

die yeah yeah yeahs covern björks hyperballad:

spontandemo gegen homophobie in xberg

Wenn man die ganzen Fakten, Artikel, Querverweise und Bullenartikel zu dem Thema haben will, dann schaue man sich den blog Analyse, Kritik & Aktion an – da findet man alles.
Persönlich war ich insgesammt sehr positiv überrascht von der Demo gewesen – für etwas 24 Stunden Mobilisierungszeit circa 3000 (wenn nicht mehr) Menschen auf die Straße zu bringen ist eine wunderbare Sache und zeigt, dass sich sehr Viele dem Problem Homophobie bewusst sind. Die Route der Demo war meines Erachtens sehr stark von den Bullen aufoktroiert. So durfte die Demo nicht durch die komplette O-Straße, weil da ne Baustelle gewesen ist. Naja, jeden Tag fahren da Busse und sonstwas lang, aber die Demo und der Lauti hätten natürlich keinen Platz gehabt…
Man muss auch sagen, dass es kein Problem gewesen wäre einfach eine eigene Route zu wählen, weil die Bullen eh nur mit 4 Wagen vor Ort waren.
Aber auch das ist mir noch egal, schliesslich saß ich ja nicht in der Orga und sicher war das meiste Publikum auch garnicht auf Stress mit den Bullen aus und es war ja auch nicht der Sinn der Demo.
Wirklich sehr gelungen war, dass alle Parolen, Forderungen und Redebeiträge auch in türkischer Sprache gehalten wurden und das massiv Flugblätter am Rande der Demo verteilt wurden. Da könnte sich so manche Antifa- oder was-auch-immer-Demo sich mal was abgucken.
Naja und zum Abschluss meines kleinen Berichtes muss ich auch nochmal meckern: Bullen und mögen sie noch so nett grinsen, haben in einer Demo, die zu einigen (vielleicht weiten) Teilen auch durch radikale Linke organisiert und umgesetzt wurde einfach keine Minute etwas zu suchen. Nicht nur aus einem allgemeinen unversöhnlichen Verhältnis zum Staat, sondern auch dadurch, dass es gerade Berliner Bullen sind, die sich an anderer Stelle durch unverhohlene Homophobie auszeichnen. Die beiden Bullen mussten dann auch irgendwann die Demo verlassen, aber auch erst als sie sich wirklich erdreisteten direkt vorm Lauti zu laufen.

Insgesammt muss ich sagen, dass es aber eine sehr gute Demo war und eine positive und adäquate Antwort auf die Ereignisse des Wochenendes.

Ich hoffe es finden sich bald mal irgendwo Bilder im Netz, damit die Schweinebehauptung der Bullen, dass es 150 Menschen auf der Demo waren, mal klar widerlegt wird!!!

Achso – eine Sache noch – kann, wenn jemand aus dem Lauti oder ein/e Freund/in von demjenigen das hier liest, er/sie mal bitte die Playlist hier posten? :D

skateboarding, dass war für uns befreiung…

skate

Natürlich, Dinge ändern sich. Hinzu kommt, dass man sich an manche Sachen einfach mit einer größeren Freude und Hingabe erinnern mag, als an andere. Negative Aspekte werden da vielleicht ausgeklammert – die Erinnerungen werden dann viel positiver als es dann tatsächlich gewesen sein mag. Trotzdem kann man gewisse Trends, Einstellungen und Entwicklungen stets auch an objektiven Fakten festmachen, die sich nicht einfach in die Erinnerung hineinschummeln können.

Es geht um meine Jugend und um den Verlust von etwas Unschuldigen, einer Einstellung – dem Aspekt von Widerstand im Skateboarding – unglaublich möchte man meinen, doch es gibt sie tatsächlich in Berlin und dann wahrscheinlich woanders auch – hätte ich einen Fotoapperat dabei gehabt, hätte ich es festgehalten – Skateboarder mit Deutschlandfahnen auf dem griptape und am Rucksack.

Ich dachte zurück – wir: jede freie Minute auf dem Brett, nach der Schule oder dem Zivildienst, nur noch raus auf die Straße. Essen auf dem Brett, auf einem Rinnstein, Frischkäse, ein paar Oliven und Brot. Alles in Ostdeutschland. Viele mit langen Haaren, verfilzt zum Teil. Viele Vegetarier, einige Veganer. Viele mit Tattoos und Piercings. Abends ins AJZ, Grindcoreplatten gesammelt, auf Demos gegangen, die ersten politischen Erfahrungen zusammen gemacht. Den Nazis keinen Centimeter auf der Straße überlassen. Dann später sind viele in andere Städte gezogen und sind in Antifa-Gruppen gegangen. Andere haben sich in ihr Privatleben zurückgezogen. Die meisten fahren, wenn teilweise auch nur noch ab und zu, immer noch.

Bei Jedem steht das Brett noch im Zimmer.

Niemals – denn wir verstanden wir skateboarden als Kunst und Auseinandersetzung im öffentlichen Raum und auch gegen die Normalität – wäre irgendjemand von uns auf die Idee gekommen eine Deutschlandfahne auf sein Brett zu malen, geschweige denn an seinen Rucksack zu hängen. Hätten wir Skater mit so etwas gesehen, hätten wir ihnen die Fahne und wahrscheinlich auch das Brett gezogen.

Niemand von uns würde heute so eine Fahne tragen.

Naja, alles ändert sich – das ist klar. Wir fahren selten. Würde mich heute Jemand fragen welcher Subkultur oder Bewegung ich angehöre, würde ich nicht mehr sofort sagen: Skateboarder.

Naja, aber niemand von uns, mit denen wir damals gefahren sind und die ich heute noch meine Freunde nenne, würden auf die Idee kommen Deutschlandfahnen zu tragen oder irgendeinen Scheiss in die Richtung.

Ich weiss: alles wird sich irgendwie erklären lassen – skateboarder sind mittlerweile auch nur gesellschaftliche Mitte und da trägt man eben Deutschland-Fahnen – das ist egal, darum geht es nicht, das ist etwas persönliches zwischen mir, meinen Erinnerungen und Menschen die nicht nachdenken…

Rassistisch motivierter Mordversuch in Berlin

In Berlin Neukölln kam es sowohl am in der Nacht zum 22.März als auch in der Nacht des 20.April (sic) zu Brandanschlägen auf Häuser von Menschen mit Migrationshintergrund. Mittlerweile nahm die Polizei einen 16jährigen und einen 18jährigen aus der Neonaziszene bzw. dieser nahestehend fest.

Trotz der Heftigkeit der Vorwürfe und der Tatsache, dass Menschenleben in Gefahr waren regt sich in Berlin weder bei der lokalen Antifa noch bei zivilgesellschaftlichen Vereinen und Initiativen oder aber auch nicht in der Medienlandschaft besonderes Interesse.

Warum eigentlich nicht? Weil glücklicherweise nichts passiert ist?

Zur Dokumentation hier die PM der Bullen:

Haftbefehle nach Brandanschlägen

Ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Tiergarten hat gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin gegen zwei junge Männer aus Neukölln Haftbefehle wegen versuchten Mordes erlassen. Die beiden 16- und 18-Jährigen stehen im Verdacht, im März und April dieses Jahres Brandanschläge auf zwei Einfamilienhäuser in Neukölln verübt zu haben.

Bisherigen Ermittlungen zufolge sollen sie in der Nacht zum 22. März zwei Molotowcocktails auf ein von Deutschen mit Migrationshintergrund bewohntes Haus im Fenchelweg in Rudow geworfen haben. Zwar gingen beide mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Flaschen zu Bruch, es kam jedoch nur zu einem geringen Brandschaden an der Außenfassade.

Ferner sollen die Beschuldigten in den Morgenstunden des 20. April vier Brandsätze gegen die Außenwände eines Einfamilienhauses im Orchideenweg im gleichen Ortsteil geworfen haben. Während zwei Brandsätze nicht zündeten, wurde durch die beiden anderen ein im Garten aufgestelltes Partyzelt in Brand gesteckt. Durch die Flammen kam es auch zu einem erheblichen Schaden an den Jalousien und der Außenfassade. Obwohl in dem Haus Menschen schliefen, wurde niemand verletzt.

Da ein fremdenfeindliches Motiv nicht auszuschließen war, hatte der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt beide Fälle übernommen. Intensive Ermittlungen der Beamten führten zu den beiden Tatverdächtigen, die der rechten Szene nahestehen und von denen einer inzwischen ein Geständnis abgelegt hat.