Archiv für November 2007

wind along the coast

Was für ein schöner animations-film von Ivan Maximov aus dem Jahre 2004.

party – demo – party

party:

Heute ab 22Uhr:
Schreina47:
Soliparty der Soligruppe Berlin für die Beschuldigten in einem §129a-Verfahren. Mit leckeren Cocktails und den DJs Julio 80 und Nopopnostyle (All Times Favourite)

demo:

Morgen 16Uhr:
U-Bahnhof Samariterstrasse (Friedrichshain): Silvio-Meier-Demo
Vor 15 Jahren – am 21.11.1992 – wurde der junge Hausbesetzer und Antifaschist Silvio Meier auf dem U-Bhf. Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain getötet. Gemeinsam mit ein paar Freunden wurde er von mehreren Neonazis überfallen und zusammengeschlagen. Silvio Meier starb durch mehrere Messerstiche noch auf dem U-Bahnhof.

party:

auch morgen ab 21uhr
K9: Jugendantifa-Party. Die Party nach der Silvio-Meier-Demo. Mit DJ Joshi von ZSK und Julio80.

bullen blamieren sich – die 2.

hopper hooligans

hopper

full metal rudolph und zum fall matti

Schon lustig:

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Der Prozess gegen den Berliner Antifaschisten Matti hat letzten Donnerstag begonnen. Wie zu erwarten brachte der erste Verhandlungstag schonmal nicht weiteres belastendes zu Tage. Allerdings trat hervor dass sich immer mehr Widersprüche entwickeln – u.a. Bullen die ihre Arbeit nicht ordentlich machen wollen, ein Nazi (bezeichnenderweise der Anführer der verbotenen Kameradschaft Tor Björn Wild) der mit dem gleichem Foto von Matti ihn schon Tage vorher anzeigen wollte, Nazis die vor dem Gericht eine Robbe gemietet hatten und versuchten noch mehr Bilder zu machen und ein Saal mit 20 Plätzen, obwohl jeder wissen konnte, dass der Fall eine große öffentliche Anziehungskraft genießt. Eine ausführliche Presseschau gibt es hier.

Nächste Woche Donnerstag geht es weiter – wieder 9:15Uhr…

krank im bett

Die letzten 5 Tage lag ich mit Erkältung fast den ganzen Tag im Bett. Es bleibt nicht viel zu tun, wenn man so da liegt…

Ich habe:
- von Michel Houellebecq „Ausweitung der Kampfzone“ zu Ende gelesen
- alle meine Björk DVDs mehrmals gesehen
- The Big Lebowsky angeschaut
- mich über das perkefte Dinner geärgert
- mich insgesammt über das TV-Programm geärgert

und

- von Haruki Murakami ein Buch gelesen. Nämlich den Erzählungsband „Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah“. Nachdem ich mich seit Jahren weigerte von Murakami etwas zu lesen, muss ich sagen, dass es mir allerdings sehr gut gefallen hat. Auf dem Cover des Ausgabe steht: „ein moderner Kafka, ein literarischer Lynch“ und ich muss sagen, naja, genau das trifft es. Kafkaesk sozusagen…

Hier eine Leseprobe:

„Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah“

Eines schönen Morgens im April komme ich auf einer kleinen Seitenstraße in Harajuku an dem 100%igen Mädchen vorbei.

Ehrlich gesagt, ist sie nicht besonders hübsch. Sie ist weder besonders auffällig, noch ist sie schick gekleidet. Ihre Haare sind hinten vom Schlaf verlegen. Sie ist nicht mehr jung. SO an die dreißig wird sie sein, nicht eigentlich ein Mädchen. Aber trotzdem weiß ich schon aus fünfzig Metern Entfernung: Sie ist für mich das 100%ige Mädchen. Bei ihrem Anblick dröhnt es in meiner Brust, und mein Mund ist trocken wie eine Wüste.

Vielleicht gibt es einen bestimmten Typ Mädchen, der dir gefällt, mit schmalen Fesseln zum Beispiel oder großen Augen, vielleicht stehst du auf schöne Finger oder fühlst dich, warum auch immer, von Mädchen angezogen, die sich beim Essen viel Zeit lassen. Dieses Gefühl meine ich. Auch ich habe natürlich meine Vorlieben. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich im Restaurant begannt auf die Nase des Mädchens am Nachbartisch starre.

Aber den Typ des 100%igen Mädchens kann keiner definieren. An die Form ihrer Nase kann ich mich gar nicht erinnern. Ich weiß noch nicht einmal mehr, ob sie überhaupt eine hatte. Ich weiß nur, dass sie keine nennenswerte Schönheit war. Irgendwie seltsam.

„Gestern kam ich an dem 100%igen Mädchen vorbei“, erzählte ich jemandem.
„Hm“, antwortet er, „war sie hübsch?“
„Nein, das nicht.“
„Also dein Typ.“
„Ich weiß es nicht mehr. Ich erinnere mich an nichts. Weder an die Form ihrer Augen, noch daran, ob sie große oder kleine Brüste hatte.“
„Das ist sonderbar.“
„Ja, es ist sonderbar.“
„Na und“, sagte er scheinbar gelangweilt, „hast du was gemacht? Hast du sie angesprochen, oder bist du ihr nachgelaufen?“
„Nein, nichts. Ich bin einfach an ihr vorbeigegangen.“

Sie ging von Osten nach Westen, ich von Westen nach Osten. An einem besonders schönen Morgen im April.

Ich möchte mit ihr sprechen, und wenn nur für eine halbe Stunde. Ich möchte von ihrem Leben erfahren und ihr von meinem erzählen. Mehr als alles andere aber möchte ich die Umstände des Schicksals klären, das uns an einem schönen Morgen im April neunzehnhunderteinundachtzig in einer kleinen Seitenstraße in Harajuku aneinander vorbeigeführt hat. Bestimmt birgt es wohlige Geheimnisse, so wie eine alte Maschine aus friedlichen Zeiten.

Nachdem wir uns unterhalten hätten, würden wir irgendwo zu Mittag essen, einen Woody-Allen-Film sehen oder an einer Hotelbar einen Cocktail trinken. Wenn alles gut ginge, würde ich später vielleicht mit ihr schlafen.

Die Chance pocht an die Tür meines Herzens.
Nur noch 15 Meter liegen zwischen ihr und mir.
Also, wie soll ich sie ansprechen?
„Guten Tag. Würdest du dich kurz mit mir unterhalten? Nur eine halbe Stunde.“
Das klingt ziemlich albern. wie ein Versicherungsvertreter.
„Entschuldigung, gibt es hier in der Nähe eine 24-Stunden-Reinigung?“
Das ist genauso albern. Ich habe noch nicht einmal einen Wäschesack. Wer würde mir so etwas abnehmen?
Vielleicht sollte ich sie ganz offen ansprechen. „Hallo. Du bist für mich das 100%ige Mädchen.“
Nein, Quatsch. Das wird sie bestimmt nicht glauben. Und wenn, wird sie sich kaum mit mir unterhalten wollen. Ich mag für dich das 100%ige Mädchen sein, wird sie vielleicht antworten, aber du bist für mich leider nicht der 100%ige Mann. Das ist ziemlich wahrscheinlich. Und in einer solchen Situation käme ich bestimmt furchtbar durcheinander. Von einem solchen Schock würde ich mich vielleicht nie wieder erholen. Ich bin schon zweiunddreißig. So also fühlt es sich an, alt zu werden.

Vor dem Blumenladen gehe ich an ihr vorbei. Ein warmer Luftzug streift meine Haut. Der Asphalt ist mit Wasser besprengt, und ringsum verbreitet sich Rosenduft. Ich kann sie nicht ansprechen. Sie trägt einen weißen Pullover und hält einen weißen Umschlag in der rechten Hand, noch ohne Briefmarken. Sie hat jemandem einen Brief geschrieben. Ihre Augen wirken sehr müde, vielleicht hat sie die ganze Nacht geschrieben. Und Vielleicht enthält dieser Umschlag alle ihre Geheimnisse. Als ich mich nach einigen Schritten umdrehe, ist ihre Gestalt bereits in der Menschenmenge verschwunden.

Jetzt weiß ich natürlich genau, wie ich sie damals hätte ansprechen müssen. Es wäre bestimmt lang geworden, und ich hätte nicht die richtigen Worte gefunden. Mir fällt nie etwas Brauchbares ein.
Jedenfalls beginnt es mit „vor langer Zeit“ – und endet mit „eine traurige Geschichte, findest du nicht?“

Vor langer Zeit waren einmal ein Junge und ein Mädchen. Der Junge war achtzehn, das Mädchen sechzehn Jahre alt. Der Junge sieht nicht besonders gut aus, und auch das Mädchen ist nicht besonders hübsch. Ein einsamer und gewöhnlicher Junge und ein einsames und gewöhnliches Mädchen, wie man sie überall findet. Doch glauben sie fest daran, dass es irgendwo auf dieser Welt ein Mädchen oder einen Jungen gibt, der 100%ig zu ihnen passt. Ja, sie glauben an ein Wunder. Und dieses Wunder geschah.
Eines Tages begegneten sich die beiden zufällig an einer Straßenecke.
„Unglaublich“ sagte der junge zu dem Mädchen. „Ich habe dich schon die ganze Zeit gesucht! Ob du es glaubst oder nicht, aber du bist für mich das 100%ige Mädchen. “
Und das Mädchen erwidert: „Und du bist für mich der 100%ige Junge. Genau wie ich ihn mir vorgestellt habe. Es ist wie im Traum.“
Die beiden setzen sich auf eine Parkbank, halten sich an den Händen und reden in einem fort, ohne dass ihnen langweilig wird. Sie sind nicht mehr einsam. Sie haben ihren 100%igen Partner gefunden und sind von ihm gefunden worden. Seinen 100%igen Partner zu finden und von ihm gefunden zu werden, ist etwas ganz Außerordentliches. Ein Wunder des Kosmos.

Aber ihre Herzen durchfährt ein kleiner, ganz kleiner Zweifel. Durfte ihr Traum so einfach in Erfüllung gehen? Als das Gespräch einmal abbricht, sagt der Junge:
„Wir wollen uns nur einmal noch auf die Probe stellen. Wenn wir wirklich 100%ig füreinander geschaffen sind, werden wir uns bestimmt irgendwo irgendwann wieder begegnen. Beim nächsten Mal wissen wir, dass wir 100%ig füreinander bestimmt sind, und wollen sofort heiraten. Einverstanden?“
„Einverstanden“, antwortet das Mädchen.

Und so trennten sie sich. Nach Westen und Osten.

Doch es war in Wirklichkeit vollkommen unnötig, das Schicksal auf die Probe zu stellen. Sie hätten es nicht tun dürfen. Sie waren wirklich 100%ig füreinander bestimmt. Ihre Liebe war ein Wunder. Da sie aber noch zu jung waren, konnten sie es nicht wissen. Und so wurden sie von der immerwährenden, unbarmherzigen Welle des Schicksals fortgerissen.

Eines Tages im Winter erkrankten beide an einer in jenem Jahr grassierenden schweren Grippe. Wochenlang schwebten sie zwischen Leben und Tod, und als sie wieder genesen waren, war ihr Gedächtnis an ihr früheres Leben ausgelöscht. Wie soll ich es sagen, als sie wieder aufwachten, waren ihre Köpfe so leergefegt wie die Spardose des jungen D.H. Lawrence.

Aber da er ein intelligenter und ausdauernder Junge und sie ein intelligentes und ausdauerndes Mädchen war, scheuten sie keine Mühe, erwarben von neuem Bewusstsein und Gefühle und kehrten erfolgreich in die Gesellschaft zurück. Ja, bei Gott, sie waren richtig ordentliche Bürger. Sie wussten, wie man in der U-Bahn korrekt umsteigt und wie man bei der Post einen Eilbrief aufgibt. Sie liebten auch, mal 75 %, mal 85%.
Der Junge war zweiunddreißig, das Mädchen war dreißig geworden. Die Zeit war im Fluge vergangen.

Und eines schönen Morgens im April geht der Junge von Westen nach Osten durch eine kleine Seitenstraße in Harajuku, um einen Kaffee zu trinken, und das Mädchen geht, um Briefmarken für einen Eilbrief zu kaufen, die gleiche Straße von Osten nach Westen. In der Mitte der Straße kommen sie aneinander vorbei. Für einen Moment blitzt der schwache Schein verlorener Erinnerung in ihren Herzen auf. Es dröhnt in ihrer Brust. Und sie wissen.
SIe ist für mich das 100%ige Mädchen.
Er ist für mich der 100%ige Junge.
Aber der Schein ihrer Erinnerung ist zu schwach, ihre Sprache besitzt nicht mehr die Klarheit wie vor 14 Jahren. Beide gehen, ohne ein Wort zu sagen, aneinander vorbei und verschwinden in der Menge. Auf immer.
Eine traurige Geschichte, findest du nicht?

Ich weiß, so hätte ich sie ansprechen müssen.

bullen hip hop gegen gewalt

Ignaz versucht sich ja hier im Planeten Blogsport als DEN Hip Hop Experten schlechthin darzustellen. Wer folgendes Video gesehen hat, braucht nichts anderes mehr:

Von der Tanz-Choreographie ganz abgesehen…

Danke danke an den Finder…

Es ist an der Zeit: Freiheit für Matti

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Nun ist es bald soweit, der Berliner Antifa Matti hat seinen Prozess.

Erinnern wir uns: Matti wurde im Jahr 2006 Anfang Dezember verhaftet, weil zwei stadtbekannte Neonazis behaupteten, dass Matti sie am Bahnhof Lichtenberg angegriffen hat. Die beiden Neonazis brachten Bilder von Matti aus ihrer eigenen Anti-Antifa-Kartei mit. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft glaubten den Neonazis und steckten Matti für 101 Tage in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautete anfänglich „versuchter Totschlag“.

Die weiteren Ermittlungen brachten nichts, aber auch garnichts hervor was Matti weiter belastete. Es setzte in Berlin und Bundesweit eine Soli-Kampagne ungeahnten Ausmasses ein. Linke Gruppen, Einzelpersonen, Abgeordnete und auch Teile der Presselandschaft setzten sich für die Freilassung Mattis ein.

Nach 101 Tagen wurde Matti aus der U-haft entlassen. Der Vorwurf wurde von „versuchten Totschlag“ auf „gefährliche Körperverletzung“ herruntergesetzt. Seitdem muss er sich mehrmals die Woche bei der Polizei melden.

Mitte November beginnt nun der Prozess gegen Matti. Bei einer Verurteilung drohen ihn immer noch empfindliche Strafen. Wir müssen diesem Treiben ein Ende setzen. Der Fall Matti muss überall bekannt werden, wir müssen uns mit Matti solidarisieren und den Prozess begleiten.

Irgendwann muss es heißen: FREISPRUCH für Matti.

Der aktuelle Text der Soligruppe von Matti:

Prozesstermine stehen fest

Am 15. November 2007 startet der Prozess gegen den Berliner Antifaschisten Matti vor dem Amtsgericht Moabit. Matti ist zwar nicht mehr wegen Totschlags, sondern nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, doch dieser Vorwurf wiegt schwer genug und die zumindest mögliche Höchststrafe von mehreren Jahren ist ein Schlag ins Gesicht unseres Freundes.

Zur Erinnerung: Matti war im Dezember 2006 verhaftet worden, weil zwei militante Neonazis behaupteten, von ihm verprügelt worden zu sein. Außer den absolut unglaubwürdigen Aussagen der beiden gab es keine belastenden Indizien. Trotzdem saß Matti 101 Tage unschuldig in Untersuchungshaft!

Matti braucht die beste Verteidigung und vor allem viel öffentliche Aufmerksamkeit, damit der Justizskandal ein Ende hat!

Vorläufige Prozesstermine:
Do | 15.11.07 | 9.15 Uhr | Amtsgericht Tiergarten
Do | 22.11.07 | 9.15 Uhr | Amtsgericht Tiergarten

Weitere ausführliche Informationen zum Fall findet ihr, wenn ihr auf folgendes Bild klickt:

matti

Gerade jetzt ist es wichtig, dass der Fall überall publik gemacht wird und auf allen euch zu verfügbar stehenden Medien verbreitet wird.

Dieser Artikel ist unbedingt in der blogger-“Szene“ und darüber hinaus zu verbreiten!!!

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song vs video, demo am sonntag

Ganz klar, der Song „Mad World“ ist in der Original-Version von Tears for Fears, einfach besser:

Hingegen muss man festhalten, dass das Video zu Gary Jules Version ein tolle Sache ist:

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In Berlin ging es letzte Woche ja ziemlich krass ab gegen Kurdinnen und Kurden. Ich wohne ja direkt um die Ecke vom Kotti und was ich mit eigenen Augen gesehen habe hat gereicht. Deswegen meine Empfehlung fürs Wochenende:

Kundgebung am Freitag in Berlin | 2.11.07 | 16 Uhr | Kottbusser Tor
Demo am Sonntag in Berlin | 4.11.07 | 14 Uhr | Hermannplatz (Neukölln)