Archiv für Oktober 2007

discounter – Universität

Folgenden Text aus der vorletzten GEW-Zeitschrift fand ich irgendwie so krass und tragisch lustig, dass ich ihn abschreiben musste:

Studieren bei Aldi

Professor Jakob Weinberg, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft der Fachhochschule Wiesbaden freut sich für seine StudentInnen über einen neuen Kooperationspartner zur Verbesserung der Lehr- und Studienbedingungen. Ihre Vorlesung finden nämlich jetzt im „Hörsaal Aldi-Süd“ statt. Weinberg berichtete anlässlich der Umbenennung des Hörsaals von „viel versprechenden Gesprächen mit weiteren renommierten Unternehmen“. Den Betrag, den Aldi bezahlt, wollte Weinberg nicht nennen, doch handle es sich um eine „stattliche Summe“: Einen Aldi-Hörsaal gibt es auch schon an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Er wurde inzwischen in den Aldi-Farben und mit dem Logo des Konzerns umgestaltet. (…)

in regelmäßigen abständen:

Was ganz Feines ist folgendes unplugged-Video und das ganze unplugged-Album dazu, in Deutschland leider nur als DVD zu erhalten:

Björk – anchor song (mtv unplugged):

lyrics:

björk – Anchor Song

I live by the ocean
And during the night
I dive into it
Down to the bottom
Underneath all currents
And drop my anchor
This is where I´m staying
This is my home

I live by the ocean
And during the night
I dive into it
Down to the bottom
Underneath all currents
And drop my anchor
This is where I´m staying
This is my home

ach wie schön…

insider…

geh mal wieder auf ne demo, “ gehwegplatte“ aus dem anderen ostbezirk…
freitag:

Freitag, 19.10.2007
13.00 Uhr
Alexanderplatz: Demo
13.00-16.00 Uhr. Demo für Veganismus. Treffpunkt ist am Alexanderplatz zwischen S-Bahn, U-Bahnhof und Kaufhof. Veranstaltet von: Vegane Initiative Berlin.

und samstag:

14.00 Uhr
Breitscheidplatz: Demo
Kundgebung für „Veganismus und gegen jegliche Tierausbeutung“, von 14.00 bis 19.00 Uhr, veranstaltet vom „Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan“.

Ich habe auch schon eingekauft fürs Wochenende:

Nicht vergessen nur Spass, ich finde es super :D

von feuchten träumen eines bullen…

In der Berliner Morgenpost von gestern findet sich ein Artikel über einen Berliner SEK-Bullen „Sero“ der nach 21 Jahren aufhört. Gespickt ist der ganze Artikel mit kurzen Anekdoten über das „bewegte Leben“ des Herren, der einfach alles kann – eine Maschine eben mit Herz und unendlichen Verstand. In der Kommentarfunktin bei welt.de hieß dann dementsprechend auch: „Es hat etwas Beruhigendes, zu wissen, daß unser Land immer noch solche Persönlichkeiten hervorbringt“. Äh naja, so kann man es auch sehen…

Ein paar Kostproben:


Mit knapp 1,80 Meter Größe und grauer Halbglatze könnte er auch ein kräftiger Handwerker sein, der sich durch viel Sport fit gehalten hat.


Hier wird die Identifikation leicht gemacht, ein Handwerker von nebenan, nur ein bisschen Sport und dann klappt es schon mit dem Elitebulle sein


„Überall waren Handgranaten angebracht worden. Irgendwann beschlossen Sero und zwei Teampartner, allein in die Kellerräume einzudringen und die dort vermuteten Täter anzugreifen. Sie gingen davon aus, dass der Einsatz für sie tödlich enden könnte und wollten die Verluste so gering wie möglich halten“, so ein Kollege: „Dass die Geiselnehmer bereits geflüchtet waren, konnte niemand ahnen.“


Tödlich, nicht tödlich, gefährlich, nicht gefährlich – Geiselnehmer weg, trotzdem ne Erwähnung wert


Während der heftigen Mai-Krawalle im Jahr 1987 stand er von einer Brandbombe getroffen in Flammen, ließ sich löschen und versuchte anschließend noch mit einer Handvoll Kollegen, die Täter aus einer 300-köpfigen Personengruppe zu holen. „Die Jungs holten sich zwar eine blutige Nase, aber die Aktion hat gezeigt, dass sie so schnell nicht aufgeben.“


Ich übersetze: 6 SEK-Bullen gegen 300 Autonome, die zwar nicht festgenommen werden konnten, aber sich doch blutige Nasen holten. Oder: 6 SEK-Bullen gegen 300 Autonome, zwar konnten die Bullen niemanden festnehmen, ein paar blutige Nasen haben sie sich geholt, was bei 300 Personen auch kein Wunder ist. Fest steht: so schnell werden sie nicht aufgeben, Autonome oder Bullen, beides würde irgendwie stimmen.

Der nächste Absatz offenbart das Spannungsfeld in dem sich Sero befindet:

Sero war aber nicht nur der knallharte Polizist. Manchmal agierte er auch mit besonderem Fingerspitzengefühl: „Wir sind zu einer Wohnung gerufen worden, in der ein Ex-Fremdenlegionär seine Kinder als Geiseln genommen hatte, weil man nach der Scheidung seiner Frau das Sorgerecht zugesprochen hatte“, berichtet ein Teamkollege. „Sero hat den Sturm auf die Wohnung abgelehnt und dem Mann die Kinder abgequatscht, weil er die Meinung vertrat, dass der Täter schlicht emotional am Ende und auch nicht gefährlich war. Niemand wurde verletzt.“ Jüngere Kollegen zogen ihn später auf der Dienststelle auf, er sei weich geworden. Nach kurzem Sparring auf dem Boxboden war die Ordnung wieder hergestellt.


Alles klar, so sieht es also aus beim SEK, wird geredet und verhandelt ist es zwar erfolgreich, aber man verliert den Ruf als harten Mann und wird von den jungen Kollegen aufgezogen. Wie in einem Rudel Wölfe. Aber, hier hilft auch keine Dienstbesprechung, ein kurzes Sparring zeigt, wer hier der Boss ist.

Kennt jemand die Geschichte „Neapel sehen“ von Kurt Marti:

„Trotz all der Gefahr, der wir uns täglich aussetzen, würde er gern weitermachen. Wir können nur hoffen, dass er nicht irgendwo auf einem Bürostuhl landet. Das würde ihn fertig machen.“


Dieser Mann braucht die Straße, die Action, den Gegner – bis ins hohe Alter… alles andere würde ihn fertig machen.


Brennender Beton – für „Sero“ alles Routine…

my favorite poem

My favorite
poem it´s
nice to see
you I missed
you what´s it
feel like when
no one ever
misses you

Mark Gonzales

sad

unbedingt beachten und so

sol

Bei all der krassen Repression gegen linke Zusammenhänge der letzten Zeit, ist folgendes 129a-Verfahren zumindest in Berlin ein bisschen untergegangen. Für die Betroffenen und deren Freundeskreise ist es trotzdem ein krasser Einschnitt ins Leben – politisch und privat. Deswegen: diesen blog beachten, verlinken, unterstützen:

http://soligruppe.blogsport.de/

Ein kurzer Text der umreisst worum es geht:

Am 19.6.2007 gab es in Berlin Razzien gegen linke Aktivisten. Diese wurden auf Grundlage des fadenscheinigen Paragraphen 129a („Bildung einer terroristischen Vereinigung“) durchgeführt. Sie stehen offiziell im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen in Norddeutschland, die in der Woche zuvor stattfanden. Allen Betroffenen wird vorgeworfen für mehrere Brandanschläge verantwortlich zu sein. – Wir hingegen sehen den Vorwurf „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ in einem politischen Focus: Die Bundesanwaltschaft versucht mit spektakulären Ermittlungen eine linke Gefahr zu suggerieren, um die innere Aufrüstung zu rechtfertigen. Das staatlich inszenierte, linke Bedrohungsszenario soll zudem die in die Kritik geratenen Grundrechts- verletzungen, die im Zuge der Repression gegen die globalisierungskritischen Proteste begangen wurden, nachträglich rechtfertigen. Insofern sehen wir das eingeleitete Verfahren auch im Zusammenhang mit den im Vorfeld der G8 Proteste eingeleiteten §129a Verfahren und der staatlichen Repression gegen die Gipfelproteste im Allgemeinen.

Und ein zu dem längeren und ausfürlicheren Flyer der Soligruppe.

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Im internationalen Antifa-Mag Searchligt gibt es eine Artikel-Sammlung zum Thema „Neonazis in Russland“. Internationale Solidarität ist absolut notwendig, v.a. Geld und Beachtung können Antifas in Russland gebrauchen.

Ein etwas sehr sensationslüsterner Bericht zu Neonazis in Russland findet sich bei youtube. Ross Kemp besucht in seiner show „Ross Kemp On Gangs“ immer irgendwelche Gangs in der ganzen Welt, so natürlich in Südamerika, in den USA, oder eben Nazihools in Polen oder Nazis in Moskau.

Hier der erste Part, die weiteren dann einfach durchklicken: