Archiv für April 2007

jesse war gut drauf und ich muss die letzten jahre irgendwann mal geschlafen haben…

Am Sonntag hat mein Freund jesse wieder beim Berliner Fightclub gekämpft – sehr toll, er hat gewonnen, sehr dynamisch und entschlossen gekämpft und uns als Publikum glücklich gemacht. Einen recht treffenden Artikel findet man auf seinen blog.
Unser super-reflektierter-polit-Freundeskreis ( :) ) begab sich mal wieder in die Höhle des Berliner Millieu Löwens – neben Hooligans und ihren Verabredungenm, Rockern und ihren blonden Freundinnen, neben Kampfsportbegeisterten und einfach nur Gewaltgeilen chillt es sich manchmal auch ganz gut. Wenn dann aber ein Vogel mit Tränen in den Augen von der „Deutschen Macht“ säuselt, reicht manchmal auch eine Ansage und ein Türsteher und das Szenario endet in Beifall weil der „Rassist, der den Sport kaputtmacht“ rausgeworfen wird.

Folgenden Song, kannte ich nur aus irgendeiner Werbung. Habe ich irgendwie gepennt? Gab es das (coole) Video auch hierzulande. Ich wundere mich. Egal – viel Spass:

Schön…

Außerdem hat mein Freund rizzo mal ausführlicher am Gewalt-Artikel teilgenommen, das freut mich natürlich und so war es eigentlich auch gedacht…

das lustigste oder traurigste 1.Mai-Mobi-Video…

…wer in Berlin wohnt weiss was ich meine. Aber auch sonst zum lachen…

Unbedingt angucken…

Semesterstart:

work

Gehwegplatte geht jetzt erstmal gepflegt in den Park…
Ab morgen dann wieder Uni geregelt und ordentlich. Versprochen!

das beste der insel und ein antikommunistischer knabe…

hp

Die leckerste brown-sauce ist die von HP, wieso es die hier nicht gibt, kann ich mir einfach nicht denken. Eins der leckersten Getränke der Welt ist lucozade.
Wer was anderes behauptet lügt!
Danke danke danke fürs mitbringen…

***

bauhaustapete hat einen okayen Artikel zu Hubertus Knabe geschrieben, einem der krassesten Antikommunisten der Stadt, der unter anderem ein Verbot von kommunistischen Symbolen fordert.
Den besten Artikel zu Knabe fand sich in der konkret 07/06 von Mathias Wedel:

Der Knabe

Ein Antikommunist aus dem Gruselbuch

Man hat das oft bei Menschen, die Schlimmes erlitten haben. Sie kommen vom Schmerz nicht los. Sie lüpfen ständig ihre Verbände und zeigen ihre Wunden. Sie werden zu Institutionen des nie vergehenden Leides, Kunstfiguren von beträchtlicher dramatischer Ausstrahlung und eigentümlicher Schönheit. Bärbel Bohley! Analog zu Dalia Lavis „Wer hat mein Lied so zerstört“ waren ihr die Bilder „zerstört“ worden. Andere hat sie gar nicht erst malen können, weil zwischen all der Bitternis keine Zeit mehr disponibel war. Bohley war die Dalia Lavi des Ostens, fast die gesamten Neunziger hindurch.

Weniger bis gar nicht versehrte Leute betrachten diese Schmerzensfrauen und -männer zuerst mit Neid (denn, so vermuten sie, die haben auf der S-Bahn freie Fahrt oder werden aufs Traumschiff eingeladen), dann mit Haß und aktivieren bösen Witz gegen sie. Daraufhin sind diese neuerlich verletzt, und alles geht von vorne los. Hätte sich Bärbel Bohley nicht nach Restjugoslawien verliebt, wäre Lutz Rathenow nicht zu spätem Dichterruhm gelangt, hätte sich Vera Wollenberger-Lengsfeld-Wollenberger nicht mit Knut versöhnt, wäre Jürgen Fuchs nicht verstorben, Wolfgang Templin nicht sediert und Gerd Poppe nicht in den Staatsapparat berufen worden – noch immer würden viele Seelen weinen.

So bunt diese Originale unsere Welt machen, so gern man sie durch die Studios flattern sah, irgendwo ist es genug. Dieses „Irgendwo“ ist seit etwa 1000 vor Christi für die Justiz aller zivilisierten Völker definiert: Die Opfer dürfen zwar Kläger, nicht aber Richter (in eigenen Schmerzensangelegenheiten) sein.

Und jetzt tritt Hubertus Knabe auf den Plan. Der Mann verkörpert Neuwert in der Moral- und Rechtsgeschichte – er ist Opfer, Kläger, Staatsanwalt, Richter, Henker (oder sagen wir Vollzugsbeamter, schließlich empfängt er Gehalt als Chef des Hohenschönhauser Stasiknasts), alles in einer Person. Mehr noch: Er ist auch Chronist („Historiker“), Leserbriefschreiber und Leserbriefbeantworter und Psychotherapeut („Stimme der Opfer“, die weiterknödelt, wenn jenen das Organ unter der Last der Erinnerungen bricht). Vor allem aber ist er ein Antikommunist wie aus dem Gruselmärchenbuch, in dem sich Gnome, Kobolde und das Einhorn tummeln. Die Figur ist so sehr Klischee, daß man sie sogar jedem Comiczeichner um die Ohren hauen müßte: knochiger Asket in zu kurzer reiß- und feuerfester Arbeitskleidung, starrer, durchdringender Blick, vergiftetes Lächeln, angeklatschte Prinz-Eisenherz-Frisur, unter Aufbietung aller mentalen Potenzen gebremster Speichelfluß und gedrosseltes Redetempo, weich und gewählt das Idiom, in dem er beispielsweise über einen Eiskunstläufer des Sozialismus die gleiche Strafe verhängt, die Herrmann Göring zu Recht ereilte. Denn Ingo Steuer und Herrmann Göring – wo ist da der Unterschied?

Gibt es ein poststalinistisches Phänomen der letzten fünfzehn Jahre, zu dem Hubertus Knabe nicht die Stimme der Opfer erhoben hätte? In dem Film „Sonnenalle“ zerbricht eine Schallplatte am Antifaschistischen Schutzwall. Aber sind nicht in Wahrheit Menschen zerbrochen? In den Ostalgieshows knöpft sich Kati Witt ihre FDJ-Bluse auf. Stellvertretend für alle, die gelitten haben, leidet Hubertus Knabe, droht mit Sittendezernat und Opferaufstand. Die Ossis finden die DDR immer weniger schlecht. Knabe findet die Ossis immer schlechter. Eine Firma erfindet „Erich’s Duschbad“ – Knabe probiert es aus und kündigt an, daß allen Opfern, verschwände das Zeug nicht vom Markt, demonstrativ die Haut bluten werde. Eine Frau aus der Linkspartei wird zu einem Maskottchen des Parlamentarismus gekürt; gleich findet Knabe heraus, die Stasi habe sie „bejubelt“. MfS-Offiziere krakeelen in Lichtenberg – Knabe sorgt dafür, daß sie ins Fernsehen kommen, um dann bestätigt zu finden, was ihm das Wichtigste ist, „daß die Stasi 16 Jahre nach ihrer Auflösung alles andere als tot ist“. Er braucht sie. Sie ist sein Arbeitgeber.

Dieser männliche Zorn und diese edle Widerständischkeit – was muß der Mann gelitten haben, was haben ihm Mielkes Schergen übel mitgespielt! Hat er die „Wasserfolter“, die er für sein Schreckensmuseum erfand, an eigner Knabenhaut erlitten? Hat er in einer der „Folterzellen“ eingesessen, deren Anzahl er gern annähernd verdoppelt, weil er Zellen, Büroräume, Teeküchen und Besenkammern (mit ihren Folterinstrumenten) zusammenzählt? Wurde er von den Schließern zum Röntgen geschleppt, damit ihn der Blutkrebs zerfräße – eine Methode, die er auf subtile Weise in seinem Museum der Stasi unterstellt? Hat ihn der schikanöse Schlafentzug, der im ganzen Sozialismus herrschte, zum Neurotiker gemacht, der nunmehr die Öffentlichkeit mit seinen Zwangshandlungen unterhält?

Nein, dieser erste Teil seiner Heldenbiographie ist ihm erspart geblieben – er fing gleich mit dem zweiten an, der Rache für das, was ihm nicht widerfahren ist. Geboren wurde Knabe im beschaulichen Unna. Es folgte die übliche westdeutsche Langweile. Dann wurde er keck und ökologisch und sammelte erste Erfahrungen als Eiferer bei den Grünen. Dann wieder Langweile. Und wäre die DDR nicht zusammengebrochen, er säße heute noch als Bleistifthalter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes irgendwo in Osteuropa herum. Doch rechtzeitig mit der Implosion des Kommunismus und der Knabeschen Bewerbung bei der Gauck-Behörde entdeckte er auch seine kleine Opfergeschichte: Er soll in eine Theologin aus der Zone verliebt gewesen sein (wahrscheinlich nur platonisch). Aber das war noch nicht Folter genug – die Stasi soll ihn wegen dieser Grenzverletzung auch bespitzelt haben.

Für die Gauck-Behörde war Knabe einfach zu brillant. Zu systematischer Arbeit – dem Zusammenkleben von Aktenschnipseln – einfach nicht geschaffen, versuchte er ständig, seinen Dienstherrn in Haßausbrüchen zu übertreffen. Sein Talent als historischer Agitator trat immer schöner zutage, so daß man ihn in den Knast weglobte, auf daß er dort seine Geisterbahn installieren konnte, auf der „echte Opfer“ in einer ABM-Lebensstellung den Strecken- und Schreckensdienst übernahmen. Er war überglücklich, in Höhenschönhausen eine gut erhaltene Immobilie vorzufinden, die er als „das Dachau des Kommunismus“ dekorieren konnte, mit allem, was Videotechnik und Licht- und Geräuschdesign so hergeben. Diesen Karrieresprung hat der Knabe wohl nie ganz verkraftet. Er überlegte, warum ihn inzwischen so viele westdeutsche Aufarbeitungshistoriker und Journalisten einfach eklig finden. Dann kam er drauf und schrieb sein Lebenswerk Der diskrete Charme der DDR, in dem er klarstellte, daß in summa alle bei der Stasi waren. Außer ihm natürlich – und Jürgen Fuchs, denn wenigstens einer mußte ja geröntgt worden sein.

So hätte das Leben eines Kämpfers für das unveräußerliche Menschenrecht auf Rache und Lynchjustiz eigentlich weitergehen können, wenn der Siegermacht Bundesrepublik nicht das Geld knapp und die Resultate der demokratischen Volksbildung nicht immer schlechter werden würden. Inzwischen erzählen sich die Ossis eine andere DDR weiter als die, die sie im Vergnügungspark Hohenschönhausen geboten kriegen. Ihre ist lustiger; Knabe verflucht beinahe täglich das DDR-Komödienstadl der Filmindustrie. Der gesamte „Aufarbeitungsprozeß“ erscheint den Ostdeutschen nur noch als schlecht gestrickte ideologische Erklärung für das, was ihnen nach der Wende widerfahren ist: Gestern Täter, heute Hartz IV. Die Birthler-Behörde, größter öffentlicher Arbeitgeber im Osten, muß natürlich erhalten bleiben. Aber was wird aus Hubertus Knabe? Und wie weiter mit dem Hitlergruß? Oder, um das alles in einem typischen, streng historisierenden Knabesatz zusammenzubinden: „Warum darf man ungestraft mit den Symbolen der SED-Diktatur auf der Straße spazieren, während der Hitlergruß eine Straftat ist?“ Es bleibt noch viel zu tun.

die verkäufer in der wrangelstraße wissen bescheid:

Dazu bauhaustapete:

Steht an den Weckern auch: “Nur für pünklich-zur-Arbeit-gehen! Nicht für Zeitzünder von Brandsätzen

Danke an den Finder (das war nicht bauhaustapete)…

show me your old t-shirts…

veg

Vor ein paar Tagen habe ich dieses alte T-Shirt bei mir im Schrank gefunden. Vorne drauf steht „go vegetarian – live an let live“ – hinten dann der Mensch auf der Anklagebank, dem ein Burger als Beweisstück gezeigt wird. Wirklich lustig sind die entsetzten Geschworenen, die natürlich auch alle Kühe sind.
Damals, so vor 5 Jahren habe ich dieses Shirt mit vollster Überzeugung getragen. Ich habe weder Fleisch noch Eierprodukte gegessen, nur die Milch konnte ich mir nicht klemmen.

Dann irgendwann begann der Auflösungsprozess meiner Tierliebe – erst Eierprodukte, dann Fisch, dann wieder Geflügel, dann wieder alles an Fleisch was ich bekommen konnte und das in riesigen Mengen.

Was habt ihr so für Shirts in euren Schränken liegen, die ihr weder wegwerfen würdet (weil sie euch an irgendwas erinnern) ihr aber auch nicht mehr tragen könnt?

…die tage und ich…

Die letzten Tage waren krass – einfach mal den Biorhythmus komplett umgestellt und die Nächte zum Tag gemacht. Dabei habe ich mir meinen Magen so dermaßen verdorben das es garnicht ging.
Sonntag war dann K9-Karaoke-Party dessen Erlös der „Freiheit für Matti“-Kampagne zu Gute kommen sollte (die mitlerweile lieber „Freispruch für Matti“ heißen sollte und hoffentlich dann irgendwann „Freibier für Matti“). Es war auf jeden Fall krass und super voll, die Menschen waren allesamt entspannt und ich hatte so meinen Spass. Eins muss ich allerdings sagen – bei anderen Karaoke-Veranstaltungen, auch in der Antifa-Szene, wurde und wird einfach besser gesungen als gestern.
Kein Witz, manchmal war es krass und ich habe mich dann sehr gefreut das irgendwann auch nur normale Disco war.
Als dann alles vorbei war, saß ich noch mit einigen sehr netten Menschen bis kurz vor 9uhr am Schlesie bei Pizza und Becks, was den Abend ganz nett ausklingen ließ.

An den DJ (der wie immer super war):
Gerne hätte ich folgenden Song gehört:

Habe ich leider nicht. Seltsam.

Heute dann den ganzen Tag nur gechillt und folgendes Buch gelesen:

Birkner, Martin / Foltin, Robert
(Post-)Operaismus.
Von der Arbeiterautonomie zur Multitude

post

«Die in Deutschland erhältliche Literatur zur Blüte des italienischen Linksradikalismus leidet oft unter ihrer Fokussierung auf die (bewaffnete) Auseinandersetzung zwischen Staat und militanter Bewegung. Birkner und Foltin hingegen legen mehr Wert auf die organisatorische und inhaltliche Unterscheidung zwischen den einzelnen linksradikalen Strömungen in Italien, die eine Breitenwirkung entfalten konnten, von der heutige AktivistInnen nur träumen können.»
«Phase 2», Dezember 2006

Wirklich sehr zu empfehlen. Übrigens ein Geschenk, danke nochmal dafür…

glückseelig sind die unwissenden…

Manchmal wünschte Ich, dass man mich genauso leicht ablenken könnte. Würde einiges erleichtern, denke ich…

Außerdem wohl eine der besten Szenen, wie ich meine…