Archiv für März 2007

Gewalt!

Bauhaustapete hat einen lustigen Bericht über seine schlimmsten Verletzungen geschrieben. Die Idee fand ich klasse und werde mich dementsprechend einreihen:

splatter1

Platz 5:
Als ich 7 Jahre alt war habe ich mit anderen Kindern bei meinen Eltern auf dem Grundstück Piraten gespielt. Meine Eltern haben einen Riesen-Apfelbaum, wo ich ein Baumhaus drinn hatte. Insgesammt waren wir zu viert den Tag. Drei Kinder aus der Nachbarschaft und Ich. Irgendwann ging die feindlichen Piraten dann zum Angriff über. Ich sah das ganze eher als Spass, was die anderen beiden Piraten nicht davon abhielt mich ins „Meer“ zu schubsen. Oder besser gesagt vom Apfelbaum.

Resultat: Als ich wieder aus dem Meer auftauchte, also wieder vom Boden aufgestanden bin, war meine Hand so weit nach oben gebogen, dass sie wieder meinen Arm berührte. Also einen sauberen Handgelenkbruch hatte ich da…
Die anderen Kinder habe ich noch nie so schnell von unserem Grundstück laufen sehen.

Platz 4:
Einmal hat mich mein Vater aus dem Kindergarten mit dem Fahrrad abgeholt. Ich saß vorne auf der Stange, meine Beine baumelten in Richtung Boden. Dann überlegte ich, ob ich mit meinen Füßen es schaffen würde, das Fahrrad zu stoppen und steckte sie ohne lange weiter zu überlegen in die Speichen.

Resultat: Eine richtig matschige Fleischwunde am Fuss. Mein Vater hat mich dann gleich ins Krankenhaus gefahren.

Platz 3:
Als Kind habe ich immer gekokelt. Auch alleine, weil ich das Feuer immer so cool fand. In dem Haus meiner Eltern und in den einzelnen Zimmer der Kinder gab es Kamine. Da habe ich immer drin gekokelt. Irgendwann war es mir dann zu langweilig immer mit dem Feuerzeug Feuer zu machen und ich hielt es für angebrachter irgendwoher eine Art „ständige Flamme“ zu kriegen. Irgendwann kam ich dann auf eine, in meinen Augen, sehr gute Idee: ich nahm Klebeband und klebte damit die Gaszufuhr des Feuerzeugs fest, so dass ständig Gas strömmte, dann entzüde ich das Feuerzeug mit einem Streichholz und stellte es in den Kamin. Dann warf ich alle möglichen Sachen in den Kamin und beobachtete bei geöffneter Klappe wie schön es so vor sich hin brannte.
Auf einmal gab es einen lauten Knall und eine Stichflamme kam aus dem Kamin geschossen. Natürlich hielt das Plastik des Feuerzeugs nicht dem Feuer stand und so explodierte es.

Resultat: Ich, der sein Gesicht vor dem Kamin hatte, versenkte mir Augenbrauen und Haare und hatte tagelang Augenschmerzen weil mir heiße Asche in die Augen gekommen ist.
Außerdem sah mein Zimmer aus wie Sau, weil es voller Asche und glühendem Papier war – naja ein gutes hatte es – ich habe nie wieder gekokelt! Yeah!

Platz 2:
Vor einderhalb Jahren habe ich noch regelmäßig klassisches Boxen besucht. Da war ein Sparringspartner den ich nicht sehr mochte. Einerseits konnte er nicht gut Boxen andererseits versuchte er mich in der Umkleide immer in Gespräch über die Frauen unser Trainingsgruppe zu verwickeln. Eines Tages habe ich dann wieder gegen ihn beboxt. Weil ich wusste dass er nicht besonders gut boxen würde, war ich sehr arrogant und überheblich – belohnt wurde es mit einem sauberen Kinnhaken, von dem ich nie erwartet hätte, dass er mich treffen würde.

Resultat: Auf einmal habe ich nur noch Sterne gesehen, dann ging kurz das Licht aus. Einwandfrei KO. Mein Trainer kam dann sofort zu mir und fragte mich: „Mit wem hast du denn geboxt?“ Und ich dann: „Ich habe geboxt? Keine Ahnung mit wem…“ Damti war das Training für mich beendet und ich hatte noch tagelang Kopfschmerzen.
[Bei diesem KO gibt es noch eine Zusatzgeschichte, die ich aber nur wirklichen FreundInnen erzähle…]

Platz 1:
Sommer 2001, ich grade mit dem Abi fertig und kurz vorm Zivildienst. Ich hing den ganzen Tag nur rum und Nachmittags bis tief in die Nacht war ich mir Freunden Skateboard fahren. Einmal war ich morgens alleine skaten. Ich so ein bisschen locker rumgefahren und dann habe ich versucht einen BS Boneless eine 6er Treppe runterzumachen. Ich war mir eigentlich auch sicher, dass ich es nicht schaffen würde aber versuchen wollte ich es irgendwie. Als ich unten aufgekommen bin, hatte ich nur das Gefühl jemand würde mir mit voller Wucht einen Dachlatte in den Rücken hauen. Ich fiel hin und konnte nicht mehr alleine Austehen und mich grade hinstellen.

Resultat: Ich hatte mir einen Rückennerv eingeklemmt. Ein Passant hat mich dann da liegen sehen, einen Krankenwagenb gerufen und die kamen dann auch und ich habe eine entkrampfenden Spritze und den Satz: „Nun hab dich mal nicht so!“ zu Ohren bekommen und dann sind die wieder los. Tagelang Rückenschmerzen hatte ich trotzdem. Für mich ist das irgendwie die schlimmste Verletzung gewesen, weil ich so Angst hatte, dass ich irgendwie wirklich scheiße gebaut habe.

Was sind eure Splattergeschichten – ignaz und jesse B. (aber nicht nur sport)?

life is much more simple when you´re young UND korrekter Gewerkschafter

a.)

Eine angenehme Textzeile: „life is much more simple when you´re young“ – mein Leben ist manchmal alles andere als einfach, was nur zwei Schlüsse zulässt:
1.) Ich bin nicht mehr jung…
2.) Die pet shop boys lügen bzw. wissen nicht wovon sie sprechen

Ein schönes Lied, an dass ich mich irgendwie erinnert habe und das so richtig Vorfreude auf den hoffentlich bald kommenden Sommer macht…

b.)

Manchmal nerven mich GewerkschafterInnen auf Antifa-Demos – manchmal lassen sie sich aber auch nicht verarschen:

Erfurt

Gewerkschafter schießt auf rechten Störer

Bei einer Kundgebung des „Bündnisses für soziale Gerechtigkeit“ in Erfurt ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Gewerkschaftsfunktionär schoss mit einer Schreckschusspistole auf einen rechten Störer. (16.03.2007, 17:32 Uhr)

Erfurt – Etwa 30 Rechte hatten nach Polizeiangaben am Abend versucht, sich unter die 90 Teilnehmer der Kundgebung zu drängen. Ein Mitglied der rechten Szene sei von dem Schuss des Verdi-Funktionärs an der Wange leicht verletzt worden. Gegen den Mann werde wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Der Gewerkschafter verteidigte sich mit Hinweis auf Schläge der Rechten. Er habe auch niemanden verletzt. In den vergangenen Jahren sei er wiederholt angegriffen worden. (tso/dpa)

Quelle

EDIT 20:21Uhr:
Zu a.) Oh nein, mir ist nochmal ein dritter Schluss eingefallen:
3.) Es wird im Leben alles möglichweise einfach noch schwieriger…

Ursprung…

roisin

Mein sehr guter Freund bauhaustapete ist das was man geheimhin als einen extremen (wenn auch sehr liebenswürdigen) Klugscheißer beim Thema Musik bezeichnen könnte.
In der Tat weiß er nahezu ein schier unheimliche Anzahl von mehr oder weniger sinnvollen Fakten über Musik und die ganzen Vorgänge drum herum.
Manchmal ist mir das unheimlich…

Meine Frage an ihn war dementsprechend auch, ob folgendes Zitat extra für ihn in den Antisexismus-Reader Teil 1 aufgenommen wurde:

Verbreitete Missverständnisse unter Männern:
- Auf meine tiefschürfenden Einsichten über Musik hat die Welt gewartet…

Wer bauhaustapete kennt weiss wie ich das mein…

Anlass meiner Vermutung war ein Gespräch mit ihm über folgende geniale Band:

Und natürlich in diesem Zusammenhang:

Danke…

…vom deutschen boxer und seinem besieger…

In der heutigen Ausgabe des Berliner Kurier ist ein wahnsinnig langer Artikel (am Kurier-Standard gemessen) über den Boxer Max Schmeling.
Auszüge:

Für ihn war der „Führer“ immer zu sprechen: Wenn Max Schmeling ein Problem hatte, genügte in der Regel ein Anruf.

oder auch

Wann immer er wollte, bekam Schmeling einen Termin bei Hitler. Beim Ehepaar Goebbels ging er ein und aus. Mit „Reichsmarschall“ Göring ging er zum Jagen. „Man kann auch durch kleine Gesten bestochen werden“, sagte Schmeling viele Jahre später selbstkritisch.

Aber eins darf laut Kurier nicht vergessen werden:

Schmeling selbst war kein Nazi.

Wirklich interessant an dem Artikel ist die Erwähnung des US-amerikanischen Boxers Max Baer.

Baer kämpfte 1933 gegen Max Schmeling in New York. Seit dem Kampf gegen Schmeling, den er klar mit Nazideutschland assoziierte, trug er als politisches Zeichen und in Anerkennung seines jüdischen Großvaters immer eine Boxer-Hose mit dem Davidstern.

Direkt vor dem Kampf gegen Schmeling schrie er diesen an: „Jede Rechte ist für Hitler“. Für Schmeling indes endete der Kampf in einer Katastrophe – für Baer in einem gloreichen Sieg. Er gewann durch technischen KO in der zehnten Runde.

Dazu, diesmal recht passend, wieder der Berliner Kurier:

„Für Schmeling und die Nazis endete der Kampf in einem Desaster. Nach zehn Runden war Schmeling am Ende. Hitler, Goebbels und ihre Kohorten zuhause in Deutschland ebenso. Ausgerechnet von einem Juden musste ihr Parade-Arier Prügel beziehen.“

Nach seiner Boxkariere wurde Max Baer in Hollywood Schauspieler. Er starb am 21. November 1959.